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Thalia Wettstein

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Ach, immer diese lächerlichen wer-bin-ich-Texte. So erbärmlich bin ich noch nicht, dass ich mein ganzes Wesen in drei Sätzen zusammenfassen könnte.

see the world trough my eyes

May 31

All good things come to an end

Das wird mein letzter Eintrag in meinem ersten Blog. Ich hab über einen neuen Server einen Blog gefunden der mir vom Layout her bedeutend besser gefällt. Ich habe bei diesem, nie wirklich kapiert, wie ich Fotos in meine Einträge einfügen kann. Bei dem meinem neuen Blog ist dies ganz einfach. Alle jene, die mich ein bisschen kennen, wissen, dass ich nicht nur gerne schreibe sondern auch sehr gern fotographiere.
 
Ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr auf meinem neuen Blog vorbeischaut.
 
Den Namen "see the world through my eyes" habe ich liebgewonnen und beibhalten. Ich finde ihn einfach sehr passend. Er relativiert, dass was man schreibt. Er erinnert alle daran, dass das Geschriebene einzig und allein meine Meinung ist.
May 30

Hast du das gewusst?

Illusionen haben ein Verfallsdatum.
May 26

Juhu - und jetzt

Ich habe heute einen Brief von der ZHW bekommen. Es stand darin, dass ich das Eintritts-Assessment bestanden habe, und im September in Winterthur mein Studium anfangen darf.
Natürlich freue ich mich über den positiven Bescheid. Aber jetzt habe ich das Problem, dass ich mich entscheiden muss. Ich habe mich im Frühling auch noch an der Universität in Fribourg angemeldet, um falls ich die Prüfung in Winterthur nicht bestehe, eine Alternative zu haben Unterdessen scheint mir die Alternative aber fast attraktiver. Innerhalb von einer Woche muss ich mich nun entscheiden.
May 22

Seltsam

"Es fühlt sich seltsam an. Ich fühle mich frei, ein bisschen erleichtert und schrecklich einsam. Es tut weh, und das ist gut so."
 
Jetzt bin ich wieder alleine. Das erstemal seit zweieinhalb Jahren. Ich habe vergessen, wie das ist.  Aber ich werde mich bestimmt schnell wieder daran gewöhnen. Ich habe es an Auffahrt gemerkt. Mein Wochenende fühlte sich auf einmal leer an. Ich war direkt froh, dass ich am Sonntag arbeiten musste.
Das ist nicht gut!
Aber ich hatte so viel Zeit für mich, nur für mich. Alleine bis Mittags im Bett zu liegen macht keinen Spass. Ich fühlte mich auch rastlos.
Aufstehen etwas unternehmen, schrie mein Kopf. Und das tat ich auch. Sich auf anderes zu konzentrieren, funktioniert oft als Therapie. Auch in meinem Fall schlug es an. Und wie könnte das besser gehen, wie mit einer Kamera.
May 13

Die Unruhe im Kopf

Ich bin rastlos. Gehe in meinem Kopf hin und her und hin und her. Trage einen Gedanken nach links und nehme von dort einen mit für die gegenüberliegende Schädelwand. Ich versuche dadurch Ordnung zu schaffen, aber es entsteht nur noch mehr Chaos.
May 05

Die besten Ausreden...

um lästige Praktikanten abzuwimmeln, die Strassenumfrage machen
 
1. Sólo hablo Español. (Na toll, ich kann meine Frage problemlos auf Spanisch stellen, nur verstehen die meisten Hörer dann die Antwort nicht. Aber da er ziemlich südamerikanisch aussah, besteht die wenigstens die Möglichkeit, dass er wirklich kein Deutsch kannund vielleicht ehrlich war.)
2. Funktioniert auch in sämtlichen anderen Sprachen.
3. Ich muss dringend zur Arbeit. (Was soll ich sagen? Lieben wir nicht alle Pflichtbewusste Menschen. Ich frage mich aber, bei welchem Job man erst um drei Uhr Nachmittags beginnt.)
4. Ich muss auf den Zug. (Natürlich! Vor drei Sekunden hatte besagte Person aber noch Zeit, die Auslage vor dem Weltbildladen zu mustern.)
5. Ich bin nicht von hier. (Bevor ich erklären kann, dass dies keine Rolle spielt, ist mein Opfer bereits über alle Bergen.)
 
Ach... wenn die Leute sich doch wenigstens etwas kreativere Ausreden einfallen lassen würden.
 
April 22

Für 25 Franken

Für 25 Franken kann man:
1. Ins Kino gehen. Neben dem Eintritt würde es auch noch für ein Eis und ein Getränk reichen.
2. Sich einen Herzschmerz-Roman kaufen. Wählt man ein Taschenbuch, reicht das Geld noch für eine Packung Papiertaschentücher.
3. Jemand einladen einen Coupe essen zu gehen.
4. Sich eine Flasche Malibu und zwei Tetrapack Orangensaft kaufen, Freundinnen einladen und einen lustigen Abend verbringen.
5. 15 Liter Benzin tanken und Richtung Süden fahren.
6. Jemanden einen schönen Blumenstrauss schenken.
7. Bei H&M mehr als zwei T-Shirts kaufen.
 
Oder man kann eine Stunde Car fahren, um acht Personen zu zuschauen, wie sie einem Plastikball hinterher rennen. Zugegeben einige der acht sehen ganz passabel aus. Da die Spieler auf dem Feld immer wieder abgelöst werden, erhöht sich die Chance, dass der eine oder andere wirklich gut ausschaut. Aber spätestens nach einer halben Stunde, hat man jeden genau studiert. Man hat die schönen rausgefiltert und kann sie nun ein wenig genauer beobachten. Dies tut man die nächste Halbestunde auch mit gewisser Begeisterung. Irgendwann wird aber selbst diese Beschäftigung langweilig. Nun ist bereits eine Stunde verstrichen. Ein Unihockeymatch dauert zwei Stunden!
In den 25 Franken ist  auch noch der Streit mit dem Freund einbegriffen, der Gewitterwolken an den strahlendblauen Himmel malt. Zum Glück lassen sie sich durch die eine oder andere Träne wieder runterwaschen. Eigentlich ist es ein "all inclusiv" Tag. Das Füssebaden im Zürichsee ist wird nämlich nicht extra berechnet. Nur die Getränke muss man selber bezahlen.
April 20

Blick in eine neue Welt

Heute hatte ich ein Gespräch beim Radiosender. Ab Mai werde ich dort ein Praktikum machen. Es war interessant. Ich warf die ersten Blicke in meinen neuen Alltag.
Das Studio fand ich enttäuschend. Ich hatte mir mehr vorgestellt, wie nur ein Mikrophon und ein paar Computer. Scheinbar reicht das, um - laut Homepage - 80 000 Menschen täglich zu erreichen.
Ich frage mich: Wenn es nur so wenig braucht, damit einem 80 000 Menschen zu hören, wieso kann manchmal nur ein einziger mich nicht verstehen, selbst wenn er mir gegenüber sitzt?
April 15

Das Vakum in mir

Ich stehe zwischen Tisch und Stuhl
Nicht in der Küche, sondern in meinem Kopf
Bin nicht mehr Serviertochter und noch nichts anderes
Zu gehen war schwer
ist es immer
Ich fühle mich erleichtert und ein bisschen leer
Zwei Stunden hatte ich im Auto
Zeit die Monate im Engadin hinter mir zu lassen
Nachher war ich wieder zu Hause
Zog in ein Zimmer
aus dem ich vor einem Jahr auszog
April 06

Countdown

Noch 9 heute, noch 8 morgen, noch 7 übermorgen, noch 6 am Montag, noch 5 am Dienstag, noch 4 am Mittwoch, noch 3 am Donnerstag, noch 2 am Freitag, noch 1 am Samstag, und am Sonntag fahre ich nach Hause.
Die Tage, die ich noch im "des Alpes" arbeite, kann ich nun an zwei Händen abzählen. Wenn mich der Chef in der Küche anmotzt, bin ich froh darüber. Wenn ich mit ein paar Stammgästen und Rita nach dem Service am Abend am Stammtisch sitze, finde ich es schade. Einige meiner Gäste werden mir fehlen. Auch wenn ich sie nicht wirklich kenne, mag ich sie. Es sind spezielle Menschen für mich, die meisten auf ihre ganz eigene Art charmant, lustig, liebenswürdig oder frech. Nach einem halben Jahr in Samedan, besser gesagt am Stammtisch des "des Alpes", kann ich nicht mehr durchs Dorf laufen, ohne nicht mindestens drei Personen zu grüssen. In Berneck, wo ich fünf Jahre gewohnt habe, könnte ich eine Stunde lang, das Dorf rauf und runter laufen, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen, die ich mit Namen kenne.
Ich kann es mir irgendwie schlecht vorstellen, wie es nachher, nach Samedan, sein wird. Zur Zeit ist dies mein Alltag. Mein Kopf weiss, dass die Tage hier gezählt sind. Aber mein Bauch nicht. Ich lebe in den Tag hinein, als ob es immer so weitergehen würde. Das ist meine Realität. Sich die Zukunft vorzustellen ist schwierig. Wie wird es sein wieder mit meinen Eltern unter einem Dach zu leben? Vielleicht fliegen wieder die Fetzen. Ich hoffe nicht. Ich behaupte, dass ich in dem Jahr weg von zu Hause vieles gelernt habe. Nicht unbedingt ordentlich zu sein. Aber wenigstens sonst einiges...
March 20

Fisch im Glas

Ist ein kleiner oranger Goldfisch in seinem Glas glücklich?
Ich befürchte, wenn er nur einmal einen See sehen würde, sehnte er sich danach. Er würde sich wünschen, die Ferne erkunden zu dürfen.
Aber ich versuche ihm, zu erklären, seine Welt sei perfekt. Ich erkläre ihm, er habe keinen Grund zur Klage. Das Wasser im Glas sei viel sauberer wie das im See und ausserdem bekomme er pünktlich um neun und fünf täglich zu essen.
Ich verberge, wie gut ich in verstehen kann, wenn er wieder einmal mit seinen grossen Auge durch die Scheibe in die Ferne starrt. Ich weiss was er sich wünscht. Auch ohne Wasser, komme ich mir manchmal vor, wie in einem Goldfischglas. Die kleine perfekte Welt um mich, die ich nicht verlassen kann. Der Alltag der einem Sicherheit bietet und Freiheit nimmt. Das Glas ist dick und hinter der Scheibe lauert eine grosse fette Katze an der ich erst vorbei müsste. Ich habe Angst, mein Glas zu sprengen. An den Scherben könnte ich mich so leicht verletzen. Sie haben scharfe Kanten und spitzige Ecken. Sie warten nur darauf sich durch meine Haut zu bohren und mein Fleisch zu zerschneiden. Tief und immer tiefer, bis sie mein innerest Treffen und darin einritzen können, wärst du doch in deiner kleinen perfekten Welt geblieben.
Aber ich bin kein Goldfisch, flüstere ich nur.
March 19

Fliegende Zeit

Jetzt ist sie bei der Post. In einem weissen Umschlag hat meine Anmeldung für die ZHW ihre Reise nach Winterthur angetreten. Es ist der erste Schritt in einen bald kommenden Teil meines Lebens. Im Herbst will ich wieder zur Schule gehen. So richtig vorstellen, kann ich mir das noch nicht. Und ja... zuerst muss ich auch noch die Aufnahmeprüfung bestehen. Es ist seltsam wie schnell die Zeit verfliegt. Eben erst, war dies alles noch so unendlich weit entfernt. Mit kleinen Schritten rückt das Stichdatum jetzt nächer.
Mit meiner Zeit im Engadin ist es genau das selbe. Eben erst war es noch ein halbes Jahr, jetzt sind es nur noch vier Wochen, die ich hier arbeiten werde.
Die Zeit rast.
March 18

Begegnungen

Immer wieder begegnet man Menschen. Bei einigen weiss ich von Beginn an, dass ich sie nie wieder sehen werde. Trotzdem lasse ich sie in meine Welt. Für einige Stunden oder Tage. Irgendwann gehen sie. Ein "auf Wiedersehen" ist alles was bleibt. Aber ein Wiedersehen wird es nicht geben, dass wissen wir beide. Bei manchen schmerzt der Gedanke ein wenig. Nicht all zu sehr, nur ein bisschen. Sie hinterlassen ein Mäuseloch ohne Maus.
Erwartet habe ich nie, dass sie bleiben würden. Gehofft manchmal schon.
Die Fäden die zwischen zwei Menschen in so kurzer Zeit gewoben werden, sind so dünn wie Spinnweben. Sie zereissen schnell, wenn wir mit den Enden in verschiedene Richtung gehen. Zurück bleibt ein filigranes Knäuel Nichts. Erinnerungen, die mit der verstreichenden Zeit verrotten.
February 15

Stammtischgespräch

Was an einem Stammtisch alles diskutiert wird... Vom immer dicker werdendem Arsch der Metzgerstochter bis zum Silvaplanersee der immer noch nicht zu gefroren ist, wird nichts ausgelassen. Eines der Lieblingsthemen der Stammgäste ist natürlich das Wetter. Die unpassenden Temperaturen werden bestimmt täglich wieder aufgewärmt. Und wenn sie schon über die viel zu frühlingshaften Umstände diskutieren, vergessen sie bestimmt auch nicht den aktuellen Eisstand des - bereits erwähnten - Silvaplanersees zu diskutieren. Man lernt so einiges, wenn man den Gesprächen am Stammtisch lauscht, während man Gläser abtrocknet oder Fechy und Chianti serviert. Jeder der auf einem der Stühle am runden Tisch Platz genommen hat, hält sich für einen Experten. Egal über welches Thema gesprochen wird, jeder hat eine Meinung und will die als die einzige duchsetzen. Um sich diese Szenen genauer vorstellen zu können, ist es wichtig, dass ich den Typ Mann der normalerweise an unserem Stammtisch sitzt, etwas genauer beschreiben.
Man kann unsere Stammgäste in zwei Typen zusammenfassen.
Typ 1 ist älter, pensioniert, ein Grossenteil seines Soziallebens findet am Stammtisch statt. Diese Gäste kommen normalerweise zum ersten Mal zwischen neun und zehn, das zweite mal um halb zwölf und zum dritten mal Abends um halb sechs. Es kommt vor, dass sie vor die ersten Gäste zum essen erscheinen, am Stammtisch sitzen, und nachdem die letzten gegangen sind, sich immer noch dort aufhalten. Diese ältere Herren sind freundlich, nicht all zu laut und friedlich. Sie sagen nicht viel, wenn der Stammtisch von Typ 2 in Besitz genommen wird. Sind sie aber unter sich, kommt ihr verborgener Schalk und Charme zum Vorschein, der mich wirklich zum Lächeln bringt.
Typ 2 ist zwischen 30 und 50. Nach der Arbeit trinken sie gern ein Bier oder auch zehn. Vielleicht halten sie es für die adäquate Art abzuschalten oder sie haben andere Beweggründe sich mit Bier zu ernähren. Es gibt Typ 2 Gäste die sehr freundlich sind, andere können eher mühsam sein. Typ 2 neigt dazu, sehr überzeugt von der eigenen Meinung zu sein.
Als Serviertochter bekommt man die Diskussionen am Stammtisch nur von Aussen mitüber. Manchmal fällt es schwer, nichts zu sagen. Wenn sie über Junge, sprich Teenager, reden, als ob sie gerade erst 15 gewesen wären. Und dabei gar nicht merken, wie lange diese Zeiten bereits passée sind und wie weit ihr Bild vom 18-sein an der Realität vorbei geht. Der Spruch "Der Gentlemen geniesst und schweigt", muss man etwas umschreiben, damit er auf die Situation passt. Eine Dame - sprich Serviertochter - sollte auch schweigen. Vom geniessen kann aber nicht die Rede sein. Eher stehen einem die Haare zu Berge. Besonder dann wenn Italiener über Aussländer schimpfen. Hallo??? Seit wann gehört Italien zur Schweiz? Haben die Politiker einen neuen Kanton geschaffen, und ich habe es nicht mitbekommen? Aber ja, sollen sie die Ausländer nicht mögen, solange sie die zwei Gläser St. Saphorin brav bezahlten und mir noch ein wenig Trinkgeld geben, kann mir der Rest ja eignetlich egal sein... oder könnte zumindest.
February 08

One Way

Eine schweizer/deutsche Produktion gedreht in New York.
Ausgangspunkt der schwermütigen Geschichte ist die Vergewaltigung einer Frau durch ihren Arbeitskollegen und Sohn ihres Chefs. Nicht wie erwartet oder erhofft wird die vergewaltigte Angelina von ihrem Kollegen Eddie unterstützt. Dieser entscheidet sich für seine Karriere und deckt den Sohn des Chefs in dem er vor Gericht lügt. Die Anklage gegen den Vergewaltiger kommt nicht durch. Angelina verlässt das Gericht verletzt durch die Vergewaltigung und den Betrug ihres Kollegen. Sie sucht Schutz bei einer Nonne. Verzweifelt und hadernd mit ihrem Schicksal will sie Selbstmord begehen. Der Lebenswillen in der jungen Frau ist aber zu stark. Anstatt sich selbst umzubringen beschliesst sie Rache zu üben. Aufgetakelt und mit Perücke lockt sie ihren Vergewaltiger aus dem Klub in ihr Auto. Sie brignt ihn um. Die verunsicherte und seelisch verletzte Angelina wirkt auf einmal selbstsicher und stark. Ohne Mitleid und erbarmen quält sie Anthony in den Tod. Sobald sie ihren Peiniger umgebracht hat, scheint es mit ihrer Stimmung bergauf zu gehen. Sie erscheint an der Beerdigung und schaut der Familie provozierend ins gesicht. Sie belügt, ohne mit einer Wimper zu zucken die Polizei. Selbst als Eddie für den Mord angeklagt wird und in Untersuchungshaft kommt, bleibt sie selbst sicher. Als sie in im Gefängnis besucht und Eddie sie überreden will zu gestehen, beharrt sie darauf eine zweite Chance zu verdient haben.
Eddie kommt vor Gericht. Er hat schlechte Karten. Aus lauter Verzweiflung erzählt er seinem Anwalt von Angelinas Geständnis. Als diesen in bietet, die Aussage vor Gericht zu wiederholen, zieht er es vor zu schweigen. Von einer Minute auf die andere verwandelt sich der beinahe morallose Eddie zu einem Menschen mit einem Gewissen. Er hatte keine Mühe seine Verlobte mit zahlreiche Frauen zu betrügen und vor Gericht zu lügen, als es um seine Karriere geht. Dieses Mal - obwohl es um seine Freiheit geht - deckt er Angelina. Seine ehemalige Verlobte aufgewühlt durch den Prozess an Eddie beschliesst auszupacken und tritt in den Zeugen stand. Gibt Eddie ein Alibi und packt über ihren Bruder Anthony aus. Der nicht nur Angelina sondern auch sie selbst und zahlreiche andere Frauen vergewaltigt hatte.
Die Geschichte hat ein klassisches Happy Ende. Eddie kommt Frau, Angelina verlässt das Land und das Monster Anthony wandert ins Gefängis.
So weit so gut. Der berührenden und schwermütigen Geschichte tut das glückliche Ende nicht schlecht. Der weg dorthin ist aber zu einfach. Die Formel die es liefert: begehe Rache und alles Leid, das dir angetan wurde, verschwindet, geht nicht auf. Ich kann mir nicht vorstellen das es die Welt einer vergewaltigten jungen Frau wieder in Ordnung bringt, dass sie selbst ihren Peiniger foltert. Meiner Vorstellugn zu Folge, müsste es ihr schlechter gehen, da sie jetzt auch noch die Schuld des Mordes tragen muss. Auch die Verwandlung von Eddie ist zu klischéehaft. Sehr plötzlich wandelt er sich von einer moralischen sehr fragwürdigen Person zu einem Helden. Die einzige mögliche Erklärung für sein Verhalten ist, dass er erkennt, dass er eine gewisse Mitschuld für den Mord an Anthony trägt. Seine Aussage war ausschlaggebend für dessen Freispruch. Trotzdem traue ich dem oberflächlich wirkenden Eddie nicht eine solche Tiefe zu. Im Film wird auch keine änliche Überlegung angeton. Der Wandel von Eddies Moralvorstellungen wird nicht erklärt.
Der Film hat mich sehr berührt. Ich finde es mutig, ein solches Tabu-Thema sehr direkt und ohne Verschönerung aufzugreifen. Die Szene in der Angelina von Anthony vergewaltigt wird, ist brutal und nicht angenehm anzusehen. Sie wirkt relativ realistisch.
Ich finde es lohnt sich den Film anzuschauen. Nachher noch einen ausgelassen Abend zu verbringen, ist schwierig. Das Thema beschäftigte mich auch noch, als ich den Kinosaal verlassen hatte.
 

Nur meine Meinung

Bevor ich den nächsten Eintrag zu schreiben beginne: Ich vermisse es, meine Meinung hier kund zu tun. Aus irgendeinem - mir selbst unbekannten - Grund weiss ich auf einmal nicht mehr, über was ich schreiben soll. Damit ich das Schreiben nicht ganz verlerne, habe ich beschlossen, über Filme die ich gesehen habe, und die noch im Kino laufen Kritiken zu schreiben. Natürlich sind sie unobjektiv, auch wenn ich sie absolut formulieren werde. Ich möchte bevor ich damit beginne und jemanden vielleicht zu nahe trete, dies betonen. Ich schreibe nur was ich über einen Film denke.
Ich gehe oft und gerne ins Kino, und denke über die Filme, die ich mir angeschaut habe nach. Deshalb bilde ich mir ein, ich könne sie relativ detailiert kritisieren und auseinander nehmen. Seit ihr über einen Film anderer Meinung wie ich, oder könnte meine Gedankengänge weiterführen und vielleicht präzisieren, würde ich mich natürlich über Kommentare freuen.
January 21

Wortlos

Ich weiss nicht, was mit mir los isz. Ich schreibe nicht mehr. Und es liegt nicht daran, dass ich keine Zeit habe. Die Zeit hätte ich, doch es fehlt mir an Lust. Ich weiss nicht, worüber ich schreiben soll. Die Geschehnisse meines Alltags kommen mir nicht erwähneswert vor. Es ist jeden Tag dasselbe. Und diese Dinge muss ich niemandem erzählen, die kennt jeder aus dem eigenen Leben. Über was schreiben, wenn nicht über das was passiert? Ich weiss es auch nicht. Deshalb versiegen meine Worte. Ich habe keine Lust platte, schein-tiefgründige philosphische Einträge zu verfasssen. Auch die ändern ie Welt nicht.
Nichts davon verändert etwas. Ich kann schreiben, was ich will. Es wird weder die Phasen des Mondes, noch meinen Blick auf das Himmelsgestirn verändern. Alles kommt mir sinnlos, nutzlos, unbedeutend vor. Ich hasse diesen grauen Nebel, der mich so gleichgültig macht.
January 15

Wenn alles nicht so ist, wie es sollte

Die Sonne scheint. Es ist ein wundervoller Tag. Aber mich begleitet eine Gewitterwolke. Ich fühle mich einsam. Die Welt ist zu gross. Das Zimmer ist zu gross. Mein Bett ist zu gross. Die Luft ist zu kalt. Es ist niemand da, der mich in den Arm nimmt, mir warm gibt und mit mir mein Bett und mein Zimmer teilt, damit es für uns beide die richtige Grösse haben kann.
Ich weiss nicht, wo ich in meinem Lebe stehe. Ich befinde mich auf einem weissen Blatt, dass noch beschrieben werden muss. Ich will keine Fehler machen. Will nicht ohne zu überlegen einen Weg aufzeichnen, den ich nachher nicht mehr gehen möchte. Aber es bringt mich um, hier zu stehen und zu warten. Zu warten bis jemand anders für mich zu zeichnen beginnt. Es gibt einen Pfad, den ich selbst skizzieren kann. Diesen möchte ich aber nicht beschreiten, wenn es den anderen von dem ich hoffe, dass in jemand anderes für mich entwirft, nicht gibt.
January 06

Anti-Neujahrs-Eintrag

Auch ich melde mich wiedermal zu Wort. Ins neue Jahr bin ich - oh welch Wunder - gut geschlittert. Den klassischen Jahresrückblick lasse ich aus. Es war ein interessantes und abwechslungsreiches Jahr. Mehr sage ich nicht dazu.
Jetzt wünsch ich allen noch schnell: "A guats neus" und mehr sage ich nicht zum Jahreswechsel.
 
December 24

Wenn Frau Holle streikt

Seit 24 Tagen ist es Dezember. Schaue ich nach draussen erinnert mich das grünbraun der Wiesen eher an einen tristen nebligen Oktober oder November Herbsttag, aber ganz bestimmt nicht an Winter und schon gar nicht an Weihnachten. Selbst wenn ich mir die Mühe machen würde, mit einer Lupe auf Schneeflocken-Suche zu gehen, Erfolg hätte ich keinen. Ist man grosszügig - und verzweifelt - versucht man den Reif auf den Dächern als Schnee zu sehen.
Aber ich kann die Tatsache nicht verdränge. Es ist Weihnachten, es ist Winter und es hat noch nie richtig geschneit. Ein Tag lang hat es halbherzig geflöckelt, aber die weisse Pracht lag wenige Stunden pflutschig am Boden, vor sie zu Wasser wurde und versickert.
Fakt ist, Frau Holle streikt. Aus der Arbeitswelt ist bekannt, dass es für fast jeden Streik einen Grund gibt. Entweder fordern die Streikenden mehr Lohn, mehr Ferien, weniger Arbeitsstunden oder was weiss ich... Ich beschloss der Sache auf den Grund zu gehen.
Ich schrieb eine freundliche Mail an Frau Holle. Ihre Adresse war natürlich bei Directories zu finden: holle@indenwolken.himmel. In meinem Schreiben wies ich darauf hin, dass wir den Schnee vermissen und ob sie nicht ihre Forderungen formulieren könne. Wir würden uns gerne mit ihr  zusammen setzen, um an einer aussergerichtlichen Einigung zu arbeiten, wenn nötig mit einem Mediator oder einen Mediatorin. Ich war erstaunt als ich wenige Sekunden nach dem versenden meiner Mail, bereits eine Antwort in meiner Inbox vorfand. Als ich sie öffnete folgte jedoch die Enttäuschung. Es war nur eine automatische Abwesenheitsnotiz. Respektiv eine Ich-interessiere-mich-nicht-für-moderne-Technik-und-werde-meine-Meinung-auch-in-Zukunft-nicht-ändern-Notiz. Darin stand geschrieben: In meinem Alter erachte ich es als unnötig, mich mit diesen modernen Kommunikationsmittel auseinander zu setzen. Ich besitzen kein Natel, kein Telefon und keinen Fax. Ich ziehe den persönlichen Kontakt vor. Lassen sie sich von meiner Sekretärin einen Termin geben.
Die gute Frau war also mehr oder weniger unerreichbar. Auf eine Reise in die Wolken hatte ich beim Besten Willen überhaupt keine Lust. Aber mir blieb wohl keine Wahl, wenn dieses in die Jahren gekommenes Mädchen sich so zickig gegenüber der Technik verhielt.  Ich packte meine sieben Sache und machte mich auf den Weg. Und dieser war mühsam. In die Wolken fuhr weder Zug, noch Metro und schon gar kein Taxi mit hybrid Antrieb. Zu Fuss stapfte ich den Weg entlang und verfluchte jedes Mal, als ich mich mit einer lahmen Entschuldigung vor dem Fitnesstraining gedrückt hatte. Nach etlichen Stunden, in denen ich bestimmt einige Liter Wasser durch meine Poren verloren hatte kam ich an. Am Ende des Wegs stand ein kleines Häuschen mit rotem Dach, aus dessen Schornstein Rauch empor stieg. Ich klopfe zaghaft an die Tür und hoffte, dass die gute Dame mich auch ohne Termin empfangen würde. Nach dem ich beim dritten Mal schon energischer an die Türe pochte, hörte ich endlich ein schlurfen aus dem Innern des Häuschen. Die Tür wurde geöffnet und eine alte Frau mit weissem Haar guckte mich mürrisch an. Sie trug unter ihrem eleganten Morgenrock ein Seidenpyjama. An den Füssen hatte sie Lammfell-Pantoffeln an. "Was willst du?", knurrte sie. Ich versuchte ihr die Situation so gut wie möglich zu erklären. Nach dem sie ausgiebig mit ihren Augen gerollt hatte, liess sie mich widerwillig rein. Sie sei einfach müde, begann sie zu erklären. "Ich habe keine Lust, dass ganze Jahr nur diese blöden Kissen zu schütteln. Ich werde auch immer älter. Jedes Jahr spüre ich es mehr in den Armen. Meine Muskeln sind nicht mehr das, was sie einmal waren", fuhr sie fort und rollte den Morgenmantel hoch, um auf ihre dünn gewordenen Oberarme zu zeigen, um damit die Aussage zu untermauern. "Ich habe ja versucht mir über Ebay einen Sklaven zu kaufen. Aber diese blöden reichen Amis, haben mich immer überboten." Sie fuhr so schnell mit ihrer Geschichte fort, dass ich nicht einmal dazu kam, sie zu fragen, wieso sie Ebay kannte, sich aber weigerte Mails zu beantworten. "So habe ich es halt auf die traditionelle Art probiert und habe im "Himmelsboten" inseriert. Inserate werden zwar selten gelesen, aber ich hatte Glück. Ein Zwerg tauchte nur zwei Tage nach dem es erschienen war, bei mir für das Vorstellungsgespräch auf. Auch wenn er mir nicht qualifiziert vorkam, stellte ich ihn ein. Aber wie erwartet erfüllte er seine Arbeit nur sehr dürftig. Er ruhte sich lieber auf dem Kissen aus, anstatt es zu schütteln. Und so habe ich ihn gestern wieder entlassen. Ich zahle bestimmt niemand damit er auf meinem wunderschönen weissen Kissen schläft. Und was bleibt mir anderes übrig. Jetzt gönne ich mir noch zwei Tage Wellness, im neuen Center "Wolke 7" mit Sauna, Massage und allem drum und dran. Und nachher, ja nachher beginne ich meine Arbeit wieder. Zufrieden?", murrte sie als letztes. "Eigentlich schon", antworte ich zögernd. Ich war selbst nicht überzeugt von meiner Antwort. Aber was hätte ich ihr anderes antworten sollen? Zu widersprechen, hätte ich mich nie gewagt.
Und so trat ich meinen Heimweg an. Den Kopf mit mehr Fragen gefüllt als auf dem Hinweg.
December 20

Erfahrungen einer Serviertochter

Wer kennt sie nicht? Die Engel in den Restaurant und Bars, die einem die nächste Stange vor die Nase stellen, bevor man Zeit hatte zu bemerken, dass die aktuelle soeben leer geworden ist. Diejenigen Geschöpfe die jeglichen Witz mit einem freundlichen Lächeln über sich ergehen lassen. Die tapferen Wesen, die den ganzen Tag bis um Mitternacht von einem Tisch zum anderen eilen, ohne müde zu werden.
Zu dieser Gattung gehöre ich. Auch ich bin ein solcher Engel. Als Serviertochter erlebt man so einiges. Auf die frauenfeindlichen Witze am Stammtisch will ich nicht näher eingehen; sie gehören zum Alltag. Aber zur später Stunde kann es auch schon einmal vorkommen, dass ein betrunkner Gast meint, wenn er dreissig Jahre jünger wäre - was er zum Glück nicht ist - würde er einem heiraten. Wenigstens hat er mich dafür bezahlt, dass ich diese Aussage über mich ergehen liess. Das Trinkgeld, das er mir gab war anständig. Männer mit zuviel Alkohol im Blut oder diejenigen, die auf dem besten Weg zu diesem Zustand sind, erlebe ich täglich. Ab und zu kann man sogar dem Dorfpolizisten zu schauen, wie er mit jedem Bier einen röter Kopf bekommt. Dabei hat er natürlich Gesellschaft. Niemand trinkt gern alleine. Dementsprechend werden zusätzliche Stühle an den Stammtisch gezogen. So viele bis der Kreis so gross ist, dass die Gäste sich strecken müssen, damit sie ihr Bier oder ihr Weinglas auf dem Tisch erreichen. Mir solls egal sein. Ein bisschen sportliche Betätigung tut ihnen nicht schlecht. Ich bewege mich bedeutend mehr als sie. Besonders dann, wenn sie eine Runde Bier nach der nächsten bestellen. Aber was macht man nicht alles für die Gäste, schliesslich sind sie es, die einem am Ende ein paar Rappen oder Franken Trinkgeld geben. Deshalb malt man sich das Lächeln am Besten am Anfang des Abends mit wasserfesten Schminke auf das Gesicht. Sonst verlauft es wenn man schwitzt.
December 17

Zum Glück nur einmal im Jahr

Es ist wieder mal so weit. Weihnachten steht vor der Tür. Oder besser gesagt zuerst einmal in allen Kaufhäuser. Natürlich konnte ich den obligaten Weihnachtseinkauf nicht auslassen. Auch wenn ich die Kommerzialisierung jeglicher Bräuche nicht unterstützen möchte, will ich trotzdem meine Lieben mit einer kleinen Aufmerksamkeit beschenken. Für Jedermann und Jederfrau das passende Präsent zu finden ist nicht immer leicht. Ich will nicht etwas schenken, ab dem die beschenke Person sich nur freut, weil ich ihm das Geschenk gegeben haben. Es soll etwas sein, woran die Person wirklich Freude hat. Also macht man sich selbst den Stress, überlegt angestrengt, was man wem schenken könnte. Und schliesslich ist es trotzdem auch ein wenig Glücksach, ob man alle Indizien richtig kombiniert hat und das passende Geschenk gefunden hat. Aber zurück zu meinem Einkaufsbummel. Das Bild in den Einkaufszentren fand ich erschrecken. Überall glitzerte es in allen Farben. Die Weihnachtskugel wurden einem von den Verkäuferinnen fast nachgeworfen. Und liebe Eltern einen Tipp. Nimmt nie eure Kindern in der Adventszeit mit zum einkaufen. Falls ihr meine Wahrnung missachten und es trotzdem tut, muss es euch nicht überraschen wenn ihr eure kleinen Monster nicht mehr zum Geschäft herausbringt. Strategisch möglichst klug, ist nähmlich in jedem Geschäft einen riesigen Haufen Spielsachen aufgebaut, der für Kindern von 1 - 99 Jahre Interessants enthält. Lasst es euch gesagt sein: Ich habe euch gewarnt!
December 09

Die melancholische Kombination der Mondscheinsonate mit Schnee

Draussen schneit es. Kleine Flocken fallen in regelmässigen kurzen Abstände vom Himmel auf den Boden. Die Landschaft verändert sich. Alle harten Kanten werden vom Schnee abgerundet. Alle starken Farben lässt er verblassen. Das Drof hat sich in weiss und grau gekleidet. Kein Sonnenstrahl dringt durch die Wolkendecke. Der Schnee glitzert nicht märchenhaft, wie er es könnte. Heute ist er nur weiss und undurchdringlich. Er liegt auf Dächer und Bäumen. Er haftet an allen Menschen, die sich nach draussen wagen. Die Flocken, die mir ins Gesicht fliegen fühlen sich an wie kleine Flämmchen. Die Kälte brennt auf meiner Haut.
Der Schnee schluckt alle Geräusche. Die Natur wird auf einmal ungewohnt still. Die Autos scheinen ohne lärmenden Motor zu fahren. Ich erschrecke, als ich eines neben mir sehe, dass ich nicht heranfahren höhrte. Es ist als ob der Schnee die Lautsprecher aller Geräusche mit einer weissen Decke, die jeglichen Schall verschlingt, zugedeckt hätte. Es ist so leise, dass ich beginne dem Lied zu lauschen, das in mir spielt. Traurige Akkorde, die mich melancholisch stimmen. Es scheint mir, als spüre ich den Schmerz des Komponisten. Eine eiserne Hand umfasst meine Fröhlichkeit und vertreibt sie. Immer mehr kommt es mir so vor, als wiederspiegle die Melodie nur meine eigene Traurigkeit.
December 08

Das Problem der Einsamkeit

Seit einer Woche arbeite ich wieder im Engadin. Die Einsamkeit, die ich bereits im Oktober empfand, hat den ganzen November über zäh gewartet, bis ich hierher zurückkehre, um mich mit voller Wucht erneut  zu umschliessen. Leider zeigt sich nicht einmal der Schnee gnädig mit mir. Welcher Schnee überhaupt?  Die vereinzelten Eiskristalle, die vom Himmel fallen, als Schnee zu bezeichnen, wäre ziemlich verfehlt. Die meisten Pisten sind noch nicht geöffnet und die wenigen, die es sind, bestehen aus Kunstschnee und reizen mich nicht all zu sehr. Ich kann mich also nicht mit snowboarden ablenken. Ich habe viel Zeit für mich. Stunden die ich mit nachdenken verbringe. Die zermürmbenden Gedanken, die ich im hintersten Ecken meines Gehirns versorgt habe, kämpfen sich zielstrebig in mein Bewusstsein. Sie sind das Gegenteil von konstruktiv und geben sich Mühe alles zu zerstören, woran ich versuche zu glauben. Ich beginn an allem zu zweifeln. Sogar an etwas, von dem ich nicht einmal weiss, ob es existiert.
November 28

Und nochmal bitte!

Immer wieder befinde ich mich in der selben Situation. Ich spreche die selben Sätze, weine die gleichen Tränen, fühle die gewohnte Entäuschung. Ich kann tun was ich will, ich kehre an diesen Punkt zurück. Die Entscheidungen, die ich treffe spielen keine Rolle. Gehe ich nach rechts oder gehe ich nach links, es ist egal. An einer Stelle treffen sich beide Wege. Dort stehe ich jetzt. An meiner Seite befindet sich die Ohnmacht. Sie nimmt mich bei der Hand. Führt mich ein Stück, bevor sie mich wieder verlässt und auf die nächste Wanderung zurück zu ihr schickt. Ich kenne sie gut. Sie ist eine alte Verwandte von mir. Trotzdem mag ich sie nicht.
Meine Spaziergänge dauern unterschiedlich lang. Nur eines ist sicher. Ich werde wiederkehren. Immer und immer wieder. Bis ich eines Tages den Mute habe, durch den Notausgang zu schreiten, und diese Theaterprobe zu verlassen. Ich habe bereits genug davon, diese Szene wieder und wieder zu spielen, bis ich sie zur Perfektion behersche. Es ermüdet mich. Der Schritt seine Theatergruppe zu verlassen, kostet viel. Der Verlust ist gross. Was einem hinter der Tür mit der Aufschrift 'exit' erwartet, kann man nicht wissen. Und ich finde es nicht heraus, solange ich sie nicht öffne, durchschreite und hinter mir schliesse.
 
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Hast du mir was zu sagen?
Dann fang an zu tippen!

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